Rakete:FAQ
Diese FAQ kommt von Rakete
Ich habe dies mal 1zu1 übernommen
und gibt vllt noch Anregungen für die WIKIseite
Alles rund um die Hardware:
Vor dem Baubeginn sollte man sich bewusst sein welche Anforderungen man an sein Fahrzeug stellt:
Wie viel bin ich bereit zu investieren?
Besonders kompakte Bauweise?
Motorisierung- 2Takt geknötter oder 4Takt brüllen?
Leistungsvolle Rennsau oder eher der Cruiser?
Durchsichtige zuverlässige Russische Technik oder Show and Shine maschine?
Kartteile oder Eigenbau?
usw.
Wenn man sich darüber im Klaren ist wie viel zeit und Geld einem die Sache wert ist, lässt sich ein Konzept erstellen, das die Dimensionierung der verschiedenen Rahmenmaße bereits ein wenig einschränkt.
ein wichtiger Aspekt dabei ist die Wahl der Räder.
Hierbei ist Hauptsächlich zwischen Kart- und Sackkarrenrädern zu unterscheiden.
Mit den 10" (vorne) bzw. 11" (hinten)(etwa 26cm) Kartreifen in den verschiedenen Ausführungen von 120mm bis 210mm breite ist es meist relativ schwer kompakt zu bauen.
Was bei ihnen jedoch stark ins Gewicht fällt ist die bei den meisten beliebte Optik bzw. ist es oft einfacher Reifen, felgen und dazu passende Achsaufnahmen zu beziehen und zu verbauen.
Der "Sackkarrenreifen", eigentlich der einzige reifen der für die "echte fahrende Bierkiste" in frage kommt, schlägt mit 9 zoll (etwa 21cm) Durchmesser und einer breite von 90-110 cm wesentlich weniger zu Buche.
Die Modelle C-203 (profil) bzw. C-190 (slick) von Maxxis oder Cheng Shin haben sich in der Vergangenheit bewährt, denn sie machen sowohl optisch als auch fahrdynamisch, auf pocketquad- oder eigenbaufelgen einen guten eindruck.
Erhältlich sind sie je nach kurs für 10 bis 20 � (pro stück) inkl. Schlauch. Passende felgen sind bei ebay zu preisen zwischen 20 und 30�/stück zu bekommen, hierfür müssen allerdings noch radaufnahmen* hergestellt werden. Das Selberbauen ist natürlich die alternative, aber dazu später mehr.
Eigenbau felgen von "Opelix" (Stahl) und "Trauntaler" (Carbon (CFK)/ Aluminium Verbund) :
Radaufnahme von "Erdinger Weissbräu":
Nun zum eigentlichen Bau des Rahmens:
Da es hier bis jetzt keinen einheitlichen plan für den Rahmen gibt (das ist auch gut so, wäre ja schließlich ziemlich langweilig) ist natürlich jeder rahmen ein Unikat. dennoch ähneln sich die meisten in form und Dimension.
Am populärsten ist der "MEGOrahmen", der in der regel folgende Gestalt besitzt:
ich denke das rund 99% aller user hier einen solchen rahmen haben, dennoch gibt es auch Ausreißer die beispielsweise die gesamte Auspuff- und Dämpferanlage in ihrem rahmen verlegt haben:
Hier zählt nach wie vor der Erfindergeist und ist natürlich gern gesehen.
Zurück zum Standardrahmen.
Der standardrahmen wird in den meisten fällen aus einem Vierkantprofilrohr mit den maßen 30 x 30 x 2 (mm) oder 40 x 20 x2 (mm) hergestellt.
letzteres sollte natürlich hochkannt verwendet werden und ist aufgrund der höheren vertikalen Belastbarkeit zu empfehlen. Bezugsquellen sind unter anderem: Örtliche Schlossereien, Stahlhändler, Altmetallschrottplätze (!) und in großer not auch eBay oder Prokilo.de.
Der Werkstoff ist in der regel Baustahl, dennoch ist derzeit ein regelrechtes wettrüsten bzw. eine Materialschlacht in der community unterwegs. Edelstahl gehört mittlerweile zum Standard, hat aber seine Tücken bei der Verarbeitung (Schweißverzug, Rost auf den Schweißnähten etc.) und ist auch mit Sicherheit nicht die billigste Lösung.
Einigen Fachleuten bleibt es dennoch vorbehalten selbst Materialien wie Carbon (CFK), Aluminium oder Titan an essentiellen bauteilen zu verarbeiten. Anfänger sollten vorerst konventionell beginnen und nach ersten Erfahrungen höhere gebiete ertasten.
Geschweißt werden kann via MAG-, WIG- oder E-Hand/Elektroden- Schweißverfahren. bei Edelstahl (und Alu) empfiehlt sich WIG (Wolfram Inert Gas) das gewissermaßen das "schönste" schweißverfahren darstellt. Wer nicht über die maschinen bzw. das nötige kleingeld verfügt sollte sich im E-handschweißen versuchen und auf normalen Baustahl (ST37 bzw. neudeutsch S235JR) zurückgreifen. Dafür sind einigermaßen gute Geräte bereits für schmales Geld im Baumarkt oder bei eBay zu kaufen, jedoch sollte man nicht allzu viel erwarten.
Unter Berücksichtigung der Idealmaße: Länge über alles : (max.) 900mm
Breite : (max.) 600mm
empfehlen sich folgende Längenmaße der Rahmenteile:
Bierkistenneu-zeichnung:
Am rahmen sollten verschiedene aufnahmen angebracht sein die das Befestigen essentieller teile ermöglichen:
Darunter sind:
Die Stehlageraufnahmen,
die zur Befestigung der Hinterachslager, genannt Stehlager oder Lagerböcke, dienen. Diese findet man bei eBay am günstigsten zu preisen von 5-10� das stück. Die Bezeichnung besteht aus der Kennzeichnung der Bauart UCP (außen liegende-) oder UCPA (innen liegende Befestigungslöcher) und der darauffolgen Nummer die den entsprechenden Wellendurchmesser wiedergibt gängig sind hier UCP/UCPA 205 (25mm Wellendurchmesser) oder 206 (30mm wellendurchmesser).
Die stehlageraufnahmen sollten langlöcher besitzen die das verschieben der Hinterachse und somit das spannen der kette ermöglichen, wenige cm reichen dafür aus.
Bild Stehlageraufnahme:
Bild UCP
Bild UCPA
Die motoraufnahmen,
quasi die "Aufhängung" des Motors. Die szenetypischen Honda Dax Motoren haben gewöhnlich viele verschiedene aufnahmepunkte, die nicht alle genutzt werden müssen, jedoch ist es ratsam wenigstens zwei verschiedene zu gebrauchen, da die Motoren sehr kopflastig sind und es in der Vergangenheit des Öfteren zu rissbildungen durch mangelnde Sicherung gekommen ist. dies ist sehr kostspielig und daher am besten zu vermeiden.
also da wären 4 M8 Gewindebohrungen auf der Unterseite des Motors, die regulär (also verbaut in einer Crosser o.ä.) die Halterungen für die Fußrasten sind. Man sollte sich daher nicht alleine darauf verlassen sondern eventuell Halterungen am rahmen anbringen die den Motor vorne am Anlasser oder an den 2 Haupthalterungen auf dem "rücken" des Getriebegehäuses stützen/halten.
Motorplatte (4xM8)
Bremszangenhalterung,
bei der Bremszangenhalterung ist zu beachten das auch dort länglöcher vorhanden sind, die ermöglichen, dass die Zange mit der Hinterachse verschoben werden kann und die backen immer besten halt finden können. je nach Leistung und Geschwindigkeit sollte die bremszangenhalterung größer bzw. entsprechend dimensioniert und gewissenhaft angebracht werden. Sie ist im Notfall die Lebensversicherung und sollte daher so verlässlich und vertrauenswürdig wie möglich sein.
Fußrastenhalterung,
natürlich werden hier viele sagen "aach, besser festschweißen die scheiße" aber ich hab die erfahrung gemacht das man Fußrasten aus dem BMX Bereich (im Fachjargon �AXLEPEGS� oder �PEGS� genannt) wunderbar anschrauben kann. man schneidet einfach ein M14 Gewinde in die Öffnung und schweißt eine schraube an den rahmen. Das hat den Vorteil das man einerseits den Absatzring am ende der Fußraste, der unbedingt angebracht werden sollte um für mehr seitenhalt bei kurven zu sorgen, variieren kann, da er ja nur vor kopf angeschraubt wird. Andererseits kann man über den Absatz der Fußraste sehr gut die Bremshebelage laufen lassen.
man hat also 2 fliegen mit einer klappe erschlagen und spart sich zusätzliche aufnahmen für den Bremshebel usw..
Bild: TGS geschraubte Fußraste mit Edelstahlabsatz
Bild: XTC Frost Bremse Axlepeg
Lenkstangenaufnahmen (unten/ oben):
Unten:
Unten empfiehlt es sich aufgrund von (Kosten-)Aufwand und Gewichtsersparnis einen Gelenkkopf zu verwenden (mind. M10).
Wem dies optisch nicht so sehr zusagt (wie mir z.B.) der findet tausend Möglichkeiten seine Lenkstange anderweitig zu lagern.
z.B.
Flanschlager (bez. UCFL)
Kegelrollenlager/ Axiallager um den axialen Kräften entgegenzuwirken
oder einfache Rillenkugellager
Dem Erfindergeist sind keine grenzen gesetzt und zahlreiche anregungen finden sich in der Galerie bzw. den Bauberichten.
Oben (sog. Lenkkopflager):
Die form der oberen Lenkstangenaufnahme könnte man hier quasi Volkssport nennen. es gibt sie hier in allen formen, ob robust und eckig oder "konturparallel" (man kennt den ausdruck hier von einer bestimmten Person:-)) und formgeschwungen, sie ist und bleibt quasi das Markenzeichen des Bierkistenbauers.
Statisch (und meiner Meinung nach auch optisch) ist es am sinnvollsten die Lenkstange von hinten zu stützen, so das sich quasi ein Dreieck zwischen Lenkopf, unterem lager und dem Stützpunkt der Lenkstangenhalterung bildet, da Dreiecke bekannter weise die stabilste Geometrie besitzen. weitere seitliche Abstützungen sind natürlich nicht verboten und werden von vielen praktiziert.
nun zum eigentlichen lager:
Hierfür eignet sich besonders ein Artikel aus dem Kartsport. Ein "Lenksäulenhalter" geeignet für alle gängigen Kartlenkstangen bietet die wohl günstigste (keep-racing.de: 3,50�), unkomplizierteste und dennoch optisch schicke Lösung, die meiner Meinung nach außerdem besonders Anfängerfreundlich ist.
Wer dennoch nach ein bisschen mehr Individualität eifert, findet besonders schöne Exemplare in den bauberichten von OpelixŽ "Röhrich", in der "Berliner Kindl" Kiste von Rubbeldiemaus oder in dem Baubericht von Bedabuas Prunkschiff. (Bauberichte der genannten Mitglieder sind nebenbei so zu sagen die Messlatte des Größenwahns:-) ihr wisst wieŽs gemeint ist;) )
Einige Beispiele:
Bedabua
Rubbel
Opelix
Allgemein gesagt sollte man darauf achten, dass man die Lenkung möglichst unkompliziert demontieren kann. das spart nach dem ein oder anderen Unfall zeit und (eh nicht mehr vorhandene) nerven.
Bild geisteskranker Lenkstangenbruch:
Achschenkelaufnahmen:
es gibt allgemein gesprochen zwei arten von Achsschenkelaufnahmen.
1. die Kugellagerbuchse die am rahmen festgeschweißt wurde.
Hierbei ist darauf zu achten, dass zwischen den beiden kugellagern eine distanzhülse vorhanden ist die ein zu starkes "gegeneinanderspannen" der Kugellager (in der Regel mit bezeichnung 6000zz D: 26mm; d:10mm; b:8mm) verhindert. Somit wird der verschleiß der Rillenkugellager, die nicht für seitliche krafteinwirkung ausgelegt sind, gering gehalten.
Um der empfehlung einiger mitglieder zu folgen bietet es sich an, an der unterseite der Lagerbuchse ein axiallager unterzubringen, welches die lenkung sinngemäß erleichtern soll.
2. Die "U" halterung nach dem Kart-prinzip.
Funktionieren tun beide, es ist größtenteils eine frage des geschmacks. Der Lenkrollradius (in der suchfunktion erfolgreich mit "LRR" zu finden) lässt sich mit beiden methoden bei korrekter anwendung/ konstruktion gering halten.
Hilfsrahmen für die Bierkiste:
Wer viel Gewicht mit auf die Waage bringt sollte in Erwägung ziehen ein wenig Arbeit in einen Hilfsrahmen für die Bierkiste zu investieren. Er bietet mehr Stabilität bei einfacher Belastung von oben als auch bei Kurvenfahrten mit erhöhter Fliehkraft und kann Halterungen für Elemente wie den Benzintank, die Benzinpumpe, die Batterie und/ oder die Board-Elektronik bieten.
Mein Tipp: möglichst alles so verbauen dass auch ohne die Kiste als Verkleidung gefahren werden kann. Wer viele elemente mit der Kiste selbst verschraubt behindert sich im Endeffekt selbst, da eine Fehlerdiagnose/ Behebung im Ernstfall nicht durchgeführt werden kann ohne die ganze karre zu zerlegen.
Letzteres kann einem mit Zeitdruck im Nacken manchmal ziemlich auf die Eier gehen.
Das beste Beispiel für Kompaktes bauen mithilfe des Hilfsrahmens ist OpelixŽ "Röhrich".
Bild Röhrich (nackt)
Hinterachse:
die Hinterachse beherbergt Kettenrad und Bremsscheibe sowie deren aufnahmen. Diese sollten auf einer Drehmaschine angefertigt werden um 100%igen Rundlauf zu garantieren. Es besteht auch die Möglichkeit die Bremsscheibe mithilfe eines Radsternes aus dem Kartsport zu sichern.
Das �Mitnehmer-Prinzip� von Nut und Passfeder findet auch hier die meisten Anhänger. Jedoch ist es auch möglich die aufnahmen mit der Hinterachse zu verschweißen, falls die entsprechenden Mittel und Wege fehlen, eine demontierbare Antriebseinheit zu konstruieren.