Leichtbau

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Leichtbau

Man könnte jetzt sagen, dass es unnötig sei an der Kiste Gewicht zu sparen und besser selber ein paar Kilos abnehme. Aber spätestens bei rotierender Masse macht es Sinn Gewicht zu sparen. Leichte Felgen und Reifen beschleunigen besser und lassen sich bei hohen Geschwindigkeiten besser einlenken. Auch bei den restlichen Komponenten macht es Sinn, da alles an der Kiste ungefederte Masse ist und sich auf das Fahrverhalten auswirkt. Wer seine Kiste öfter auf die Werkbank oder ins Auto heben muss, wird sich auch über jedes gesparte Kilo freuen.


Grundsätzlich gilt alles was bisher nicht gebrochen und verschlissen ist, ist überdimensioniert und somit meist auch schwerer als es sein müsste.

In die Auslegung aller Komponenten einer fahrenden Bierkiste sollten folgende Faktoren einfließen:

Fahrergewicht, zu erwartendes Eigengewicht der Bierkiste, Geschwindigkeit/Motorleistung , Einsatzzweck (Asphalt/Offroad etc.)

Auslegung:

Muss die Kiste Licht haben?
Braucht man einen Anlasser/Batterie?
Da kommen schnell mehrere Kilo zusammen.

Räder/Reifen/Felgen:

Je leichter die rotierende Masse desto leichter das Lenken bei hohen Geschwindigkeiten.
Karträder sind im allgemeinen relativ leicht ausgelegt,
aber wenn z.B. ohne Schlauch gefahren werden kann sollte man das tun.
Unnötig sind hier auch überbreite Hinterreifen die zudem die Fahreigenschaften verschlechtern.
Bei 4" ist man in der Felgen- und Reifenauswahl leider begrenzt.

Rahmen:

Wandstärken über 2mm bieten nur geringfügig mehr Stabilität.
Als "Standard" Rahmenmaterial empfehle ich 40x20x2mm Vierkantrohr aus Stahl oder V2A.
Rahmen aus Alu könnte man zwar leichter bauen jedoch ist Alu nicht so elastisch wie Stahl.
Bei Fahrzeugen ohne Federung kann ein bocksteifer Rahmen Nachteile haben.

Motor/Auspuff/Antrieb:

Am Motor selber gibt es nicht allzuviel Einsparpotential,
zumindest wäre das mit hohem Aufwand verbunden.
Bei Kart/GX Motoren hilft das erleichtern der Schwungscheibe.
Am Auspuff können dünnwandige Rohre verwendet werden,
Endtöpfe am besten aus Alu anfertigen.

Tank/Tankinhalt:

Es wird kaum jemand Langstreckenrennen mit der Bierkiste fahren,
Tankinhalt über 2L machen wenig Sinn.
Mit einem Kunststofftank vom Pocketbike hat man zudem beim Tank,
selber schnell mal ein halbes Kilo zum Stahltank gespart.
UCPA Lagerbock

Achsen/Stehlager:

Die Achse muss auf das Fahrergewicht und die Motorleistung angepasst sein.
Vollmaterial gilt es zu vermeiden, besser Rohre mit grösserem Durchmesser und ausreichender Wandung.
Bei Stehlagern gibt es auch Unterschiede, die Typen ohne Laschen (UCPA) sind erheblich leichter.
Noch besser ist das verwenden von Kartlagern oder Stehlager aus Blech.
Diese konnte ich aber noch nicht testen.

Lenkung/Lenkrad/Lenker/Lenksäule:

Als Lenksäule ein Rohr verwenden,
die Lagerung dafür kann man aus Kugelköpfen ähnlich denen der Lenkstangen bauen.
Dort ein oder gar zwei Flanschlager zu verbauen ist Gewichtsmässig der overkill.
Lenker am Besten vom BMX oder MTB (Downhillteile) nehmen,
wer mal einen BMX-Contest gesehen hat wird die Stabilität nichtmehr anzweifeln.

Bremsen/Bremsscheiben:

Die Kraft, die auf die Hinterachse zum Bremsen übertragen werden kann,
ist durch die Gewichtsverlagerung beim Bremsen und den Grip der Reifen eh begrenzt.
So kann man mit überdimensionierten Motorradbremsen (4-Kolben etc.)
sogar Probleme mit der Dosierbarkeit bekommen.
Als brauchbar haben sich hydraulische Rollerbremsen erwiesen,
fehlende Bremsleistung kann man zur Not mit einer etwas größeren Bremsscheibe kompensieren.

Sonstige Komponenten:

Auch Kleinvieh macht Mist. Alufussraster vom Motorrad statt einer Eisenstange,
Sitzbrett aus dünnem Sperrholz (natürlich mit Schaumstoff bezogen),
Aluteile statt Stahl und so weiter...


Ein gespartes Kilo wird während der Fahrt niemand bemerken,

aber in der Summe macht das schon einen Unterschied.

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